Fotos: Karolina Miernik

Anne Juren (AT/FR)

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Bis heute weiß niemand wirklich, welche Informationen, welches Wissen ein Körper im Lauf seiner Entwicklung speichert. Wie also kann man sich diesen Körper – den ganzen, nicht nur das Gehirn – als „Archiv“ vorstellen? Vorigen Sommer hat die aus Grenoble stammende Wienerin Anne Juren in ihrer Serie Private Anatomy Lessons bei ImPulsTanz noch Zunge, Sprache und Geschlechtsorgane erforscht. Vor Weihnachten folgte die Uraufführung eines Stücks mit dem Titel 41, in dem sie die Beziehung des Körpers zu seiner Repräsentation untersuchte. Jetzt geht Juren einen Schritt weiter und experimentiert mit einer Annäherung an die Beziehung als solche: Während ihre „poetics of relation“ (ein Ausdruck des karibisch-französischen Philosophen Édouard Glissant) zur Bewegung werden, stellt sich für die Künstlerin heraus: „Mein Körper hat nicht dieselben Ideen wie ich.“