Fotos: Lise Lendais

Anfang November lädt die Choreografin, Tänzerin und Feldenkrais-Praktikerin Anne Juren das TQW Publikum an fünf Tagen ein, Teil eines von ihr gestalteten Universums zu werden und seine persönliche phantasmatische Anatomie zu entdecken.

Die Tage beginnen mit Feldenkrais-Einheiten (tgl. 9.30–10.30 Uhr), gefolgt von Lektionen in phantasmatischer Anatomie (tgl. 10.45–11.45 Uhr), die poetische, fantastische, spekulative und imaginative Dimensionen beinhalten. An jedem Tag steht ein anderer Körperteil im Mittelpunkt. Am Nachmittag werden die Sitzungen privat, das Publikum findet sich als Klient_in wieder. Die weiteren Tage folgen demselben Schema: Abläufe werden zum Ritual, der Körper und seine phantasmatischen Anatomien immer weiter erforscht. Im Lauf dieser intensiven Woche steht auch eine Lecture-Performance mit Stefanie Wenner und Anne Juren auf dem Programm. Diese funktioniert als „mise en abyme“ im phantasmatischen Raum, indem sie auf andere Körperlichkeiten verweist.

Anne Juren, geboren in Grenoble, ist Choreografin, Tänzerin und Performerin und lebt und arbeitet in Wien. 2003 gründete sie gemeinsam mit dem bildenden Künstler Roland Rauschmeier den Verein Wiener Tanz- und Kunstbewegung. Jurens choreografische Stücke und künstlerische Werke werden weltweit in Theatern und Museen, auf Festivals und Biennalen gezeigt.

In ihrer Arbeit versucht Juren den Begriff von Choreografie zu erweitern und erforscht Physis, Sensorik, Kinästhesie und Sinnlichkeit, indem sie die Grenzen zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen infrage stellt. Seit 2013 ist Anne Juren Feldenkrais®-Praktikerin. Momentan ist sie Teil des Künstler_innenkomitees für den Master in Choreography an der DOCH (Stockholm) und promoviert an der Stockholm University of the Arts bei André Lepecki und Sandra Noeth.